Eine kleine Fahrt für die Menschheit eine grosse für mich

Das „leicht“ abgeänderte Zitat von Neil Armstrong, kurz vor seinen ersten Schritten auf dem Mond, passte mir gut für meinen Erlebnisbericht der nun folgt.

Jedes Mitglied des RVZ hat die Möglichkeit in den Nachrichten seine Geschichte zu schreiben. Leider haben das nur wenige gemacht und ich finde dies sehr schade.

Seit ich Rennnvelofahre habe ich immer das Ziel gehabt einmal in einem Tag ins Puschlav zu fahren mit dem Velo. Meine Mutter hat ihre Wurzeln dort und für mich ist es eine zweite Heimat. Ich musste etwas älter werden bis es endlich klappte. Einige Versuche habe ich unternommen und bin immer grandios gescheitert.

In dieser Saison schien mir die Konstellation günstig. Im Juli fahre ich mit Bruno Meier und Freunden nach Norwegen, wo wir an der Jotumheimer Rundt teilnehmen.

Die Eckdaten sind beeindruckend, 430 Km und 4300 Höhenmeter sind dann zu fahren. Da sind die 260 Km und 3300 Höhenmeter ins Puschlav ein Klacks.

Am Freitag 2. Juni 06.00 Uhr bin ich also alleine zur Fahrt gestartet. Die Fahrt über Meilen, Rapperswil, Walensee, Sargans, Chur bis nach Thusis ist eine Geduldsache. Meist flach, oft im Gegenwind, muss man diesen Teil einfach abspulen. Wobei mich der Radweg am Walensee immer wieder fasziniert. Da hat man eine tolle, spektakuläre Strecke gebaut. Ich wollte es dieses Mal ganz locker fahren. Kein Stress war die Devise. Das habe ich gut umsetzen können. Ab Thusis beginnt die lange Fahrt hinauf zum Albula. Drei Tunnels müssen durchfahren werden. Für das nächste Mal wo ich mit dem Velo in einem Tunnel unterwegs bin, werde ich Ohropax montieren. Der Lärm war unglaublich. Es geht schon sehr lange bis man dann endlich oben auf dem Pass ankommt und wenn dann die Temperatur nur 6 Grad Celsius beträgt, will man auch diesen schönen Moment nicht lange geniessen. Im Engadin war es aber auch nicht viel wärmer und als es dann noch leicht regnete, erschien einem der Umstieg auf die Rhätische Bahn nicht die dümmste Idee. Zum Glück war es am Berninapass dann wieder trocken.

Der Moment beim Überqueren der Passhöhe war dann schon speziell.

Ein speziell gutes Gefühl. Es war für mich eine grosse Fahrt und es war ein Traum dies einmal zu schaffen. Es ist doch schön kann man sich manchmal die eigenen Träume erfüllen. Mir hat es gut getan!  

Harry