Kurz vor 18 Uhr fanden sich die acht angemeldeten Teilnehmer bei der offenen Rennbahn Oerlikon für die 4. RVZ Nachtfahrt ein, welche letztes Jahr wegen schlechtem Wetter abgesagt werden musste. Harry Aemmer, Jürg Binkert, Bruno Meier, Peter Schmid, Sébastian Dirren, sowie die Nicht-Vereinsmitglieder Benno Gregori, Roger Meier und Patrick Eggenschwiler. Auf dem Programm standen 275 km via Winterthur – Romanshorn – Arbon – Altstätten SG – Sargans – Walenstadt – Kerenzerberg – Rapperswil – Zürich. Das Wetter war prächtig und die Stimmung ebenfalls. Alle luden Ihre Rucksäcke in den Wagen ein. Frische Kleider aber auch Werkzeuge waren dabei. Es wurde an Alles gedacht. Renate Kaufmann und Nachwuchs waren auch anwesend und es wurden Photos geschossen.

     Als Beifahrer wurde ich vom Präsidenten über die Strecke instruiert und erhielt von ihm ausführliche Strassenpläne und eine Liste der Ortsnamen. Ich war beeindruckt und habe sofort gemerkt, dass da viel Arbeit dahinter steckt. Es konnte also nichts mehr schief gehen. Und dennoch wusste ich zeitweise doch nicht mehr so richtig, wo ich mich gerade befand. Den 1. Halt in Müllheim habe ich dann auch glatt verpasst. Und dafür konnte ich nicht einmal jemandem die Schuld geben, die Pläne waren wirklich einwandfrei. Glücklicherweise wurde in einem ansprechbaren Tempo gefahren, so dass es noch hell genug war und das Lichter montieren auf später verschoben werden konnte.

     Um ca. 21 Uhr trafen wir uns dann zum 2. Halt in Romanshorn. Es dämmerte bereits, die Lichter wurden jetzt montiert. Die Fahrer stärkten sich und zogen wärmere Kleider an. Doch für Bruno Meier war an dieser Stelle leider bereits Schluss. Von starken Rückenschmerzen geplagt, musste er die Fahrt aufgeben und sich von seiner Frau nachhause bringen lassen. Es sollte zum Glück die einzige Aufgabe bleiben. Alle anderen Teilnehmer fuhren die Runde zu Ende.

     Von Romanshorn aus waren es noch mehr als 40 km bis nach Altstätten SG wo die Gruppe um 22 Uhr für ein Abendessen im Restaurant Il Portico angemeldet war. Trotzt hohem Tempo war das kaum zu schaffen, weshalb man den Beifahrer vorausgeschickt hat, damit der Wirt nicht die Küche schliesst. Um ca. 22:20 Uhr fuhr die Gruppe dann dort ein. Es gab Spaghetti Napoli für alle, die bereits vorbereitet waren. Die Stimmung war ausgezeichnet und das Essen auch. Sichtlich beeindruckt von den Velofahrern und der Strecke, spendete der Wirt sogar allen einen Kaffee. Von Müdigkeit war nichts zu spüren. Die Motivation war eindrücklich. Jeder wartete gespannt darauf, endlich weiterfahren zu können.

     Bei angenehmen Temperaturen zwischen 16 – 18 °C ging es dann in die Nacht hinein. Doch wer glaubte, es werde einfach auf der Hauptstrasse das Rheintal hinauf gefahren, lag vollkommen falsch. Gleich nach der Wegfahrt wurde auf Nebenstrassen bergauf gefahren, und zwar ziemlich heftig. Auch bei 275 km darf es nie zu lange flach bleiben. Es wäre ja sonst keine Harrytour!

     Da ich ab Altstätten immer hinter den Fahrern blieb, konnte ich leicht erkennen, wie homogen die Gruppe war. Alle fuhren auf dem gleichen Niveau und jeder leistete Führungsarbeit. Es war eindrücklich zu sehen, wie da rund getreten wurde und wie ausgeglichen hoch die Leistung war. Etwas neidisch war ich dann schon und gerne wäre ich auf dem Velo mitgefahren, aber mit meinem aktuellen Trainingsstand wäre ich nicht weit gekommen. So eine Fahrt zu bewältigen, fängt ja bekanntlich im Kopf an…

     Um ca. 2:30 Uhr legten die Fahrer am Bahnhof Walenstadt einen längeren Halt ein und verpflegten sich unter anderem mit Tee und Bouillon aus den Thermokrügen von Harry. Der Himmel war nun etwas bedeckt aber die Temperaturen konstant angenehm. Es waren etwa 200 km gefahren und alle wirkten immer noch sehr frisch und voller Tatendrang. Der Kerenzerberg, wo sich ein paar Regentropfen zeigten, stand nun auf dem Programm mit Bergpreis in Filzbach. So stand es im Road Book! Diesen hat dann, so wurde mir gesagt, Harry gewonnen und sogar vor den Bergflöhen Jürg und Sébastien!

     Anschliessend ging die Fahrt runter nach Näfels und von dort in Richtung Schmerikon. Bis nach Zürich fuhr die Gruppe einen durchwegs gleichmässigen Rhythmus. Als wir gegen 5:00 Uhr am Bürkliplatz ankamen, war die Sonne schon seit fast einer Stunde aufgegangen. Und alle waren zufrieden mit der erbrachten Leistung. Es war ein durchwegs gelungener Anlass, der sichtlich allen Spass gemacht hat. Sogar für mich im Auto war es ein einzigartiges Erlebnis durch die Nacht zu fahren. Es ist eine sehr spezielle Atmosphäre, ganz ohne Verkehr, bis auf die Lastwagen, die uns frühmorgens am Zürichsee überholten, Vielen Dank an Harry für das Aussuchen dieser schönen Strecke und die vorbildliche Organisation sowie allen Teilnehmern für Ihre wirklich grossartige Leistung.

Ein Bericht von Lars Klawonn

Hier noch ein paar Bilder, die unser Präsident zur Verfügung gestellt hat: